Bisherige Erfahrungen mit der minimal invasiven Technik

Die minimal invasive Implantation von künstlichen Hüft- und Kniegelenken gehört zu den neuen operativen Behandlungsmethoden.
Beim Hüftgelenkersatz gibt es schon länger Versuche durch kleine und alternative Zugänge eine schnelle und sicherere Mobilisation der Patienten zu erreichen. Die Entwicklung bei den künstlichen Kniegelenken ist dagegen noch sehr jung. In Deutschland werden Knieendoprothesen an einigen Kliniken ungefähr seit ein bis zwei Jahren minimal invasiv implantiert. In den USA gibt es den Trend zu minimal invasiven OP-Techniken schon einige Jahre. Hier wird mittlerweile sogar Werbung mit ambulanten Hüfteingriffen gemacht. Man muss allerdings stets daran erinnern, dass die Rahmenbedingungen sich dort erheblich von den hiesigen unterscheiden.

Die bisherigen Studien zu den Ergebnissen minimal invasiver OP-Techniken beziehen sich vor allem auf die subjektive Zufriedenheit der Patienten und die Dauer der Krankenhausaufenthalte. Diesbezüglich konnten für die neuen Verfahren eindeutig Vorteile aufgezeigt werden. Untersuchungsdaten zur Standzeit der Prothesen und Langzeitfunktion der Gelenke werden jedoch erst in einigen Jahren vorliegen.

Kenntnisse und Fähigkeiten des Operateurs

Die Fachkenntnis und Erfahrung des Operateurs entscheidet bei jedem Eingriff über die Qualität und speziell im Bereich der Endoprothetik über Funktion und Langlebigkeit eines Gelenkes. Aufgrund der kleinen Zugänge haben die Chirurgen bei den minimal invasiven Operationen nur eine eingeschränkte Sicht auf das Operationsfeld, die Orientierung an wichtigen Referenzpunkten ist teilweise nicht möglich. Hierin kann ein möglicher Nachteil des Verfahrens liegen, prinzipiell ist die Gefahr von Fehlpositionierungen der Implantate größer. Die Fähigkeiten und operativen Erfahrungen des Arztes spielen deshalb in der minimal invasiven Endoprothetik eine noch größere Rolle. Mit den modernen Navigationssystemen stehen heute zwar wichtige Hilfsmittel für eine exakte Platzierung der Prothesen zur Verfügung. Diese ändern jedoch nichts am hohen Anspruch an den Operateur.

Komplikationsrate

Eine minimal invasive Operation dauert auch beim geübten Chirurgen etwas länger als ein vergleichbarer konventioneller Eingriff. Hier muss allerdings die relative Neuheit des Verfahrens berücksichtigt werden, mit einer gewissen Routine werden sich die Operationszeiten weiter verkürzen. Das zeigen andere Beispiele aus der Chirurgie. In der so genannten Lernphase bei der Neueinführung von operativen Methoden ist die Komplikationsrate nachgewiesenermaßen immer höher. Minimal invasive Eingriffe sind grundsätzlich anspruchsvoller und bergen deshalb unabhängig von der Lernkurve ein erhöhtes Fehlerrisiko in sich. Ein entsprechend qualifizierter Operateur wird die Probleme der schlechteren Sichtverhältnisse jedoch so kompensieren können, dass bei gleichguter Platzierung der Endoprothese die Vorteile der erheblich geringeren Weichteilschäden voll zum Tragen kommen.

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