Allergietest vor Knieprothese ?

Hallo Dr. Mottek, vielleicht können Sie mir sagen, ob es ratsam ist vor einer OP für eine Knieprothese sich testen zu lassen auf eine Allergie für Titan und/oder Polyethylen. Bei dem Begriff Polyethylen (PE) bin ich mir nicht sicher ob das so stimmt oder ob es anders heisst. Man teilte mir nur mit, dass sowas heute nicht mehr nötig sei da es keine Allergien auf Titan oder (PE?) geben würde. Ich frage deswegen nach, weil ich vor gut 20 Jahren von einem Professor nach einer Maque OP darauf hingewiesen wurde, dass eine damals benutzte Schraube heftige allergische Reaktionen hervorgerufen hatte. Wie muss ich mich verhalten und welche Argumente kann ich vorbringen um die Gefahr einer Abstoßung bzw. Allergie schon im Vorfeld auszuschliessen? Für Ihre Mühe bedanke ich mich im Vorraus Mit Freundlichen Grüßen Lily Schneiders
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Allergietestung

Eine Testung auf Polyethylen müssen Sie nicht vornehmen. Besteht jedoch schon vor der OP der Verdacht auf eine Metallallergie, was man jedoch schon ganz gut anhand der Verträglichkeit von Uhren, Schmuck etc. vorabklären kann, macht eine entsprechende Allergietestung ggf. Sinn. Knieprothesen sind übrigens meist nicht aus Titan. Zumindest die femoralen Schilde sind fast immer aus einer fast eisen- und nickelfreien Metalllegierung (Chrom-Cobalt-Molybdän). MfG Dr. Mottek
Ihr Dr. Mottek

Allergietest vor Knieprothese

Aus eigener Erfahrung möchte ich dazu raten, einen Allergietest durchführen zu lassen. Obwohl keine Anzeichen für eine Allergie bei mir vorlagen habe ich mich testen lassen mit dem Ergebniss, dass eine Nickelallergie und eine Kobaltallergie bestätigt worden ist. Da die beiden Metalle im Periodensystem der Elemente ganz dicht beieinander liegen, gehe ich davon aus, dass ein Mensch mit einer Nickelallergie auch eine Kobaltallergie hat. Da die Knie-TEPs in der Regel aus Chrom - K o b a l t -Molybdänlegierungen bestehen, kann aus meiner Sicht dieses Material bei einer Kobaltallergie zu Problemen führen. Ich habe mir aus diesem Grunde eine Knie-TEP implantieren lassen bei der alle Metallteile aus einer Titanlegierung bestehen. Was sagt Dr. Mottek dazu ?
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leidiges Thema Allergie

Ob man eine Nickel- oder Chromallergie hat, merkt man eigentlich sofort im normalen Leben, da man diesen Metallen eigentlich kaum aus dem Wege gehen kann. Es wundert mich sehr, das man erst in einem Test eine Allergie festgestellt hat. Wenn es wirklich Hinweise für Metallallergien gibt, ist eine Testung selbstverständlich sinnvoll. Allerdings werden hier meist nur Hauttests vorgenommen, was häufig zu falsch positiven Ergebnissen führt. Eine cutane (viel sensiblere) Reaktion beweist noch keine allergische Reaktion bei einem Implantat, das keinen Kontakt zu Haut oder Schleimhäuten hat. Bei Hüftprothesen ist das Allergieproblem durch die routinemäßige Fertigung der Implantate aus Titan bzw. Titanlegierungen nicht bzw. kaum von Bedeutung. Am Knieglenk ist dies aus bestimmten mechanischen Gründen nicht möglich. Femurkomponenten sind bis auf eine Ausnahme (es gibt eine Zirkonium-Niob-Legierung mit einer Oberflächenkeramisierung) immer aus Chrom-Kobalt-Molybdän und können allenfalls sekundär beschichtet (Titannitrit) werden, was neben dem technischen und finanziellen Zusatzaufwand noch andere nicht nur positive Aspekte hat. Man sollte das Problem Allergie weder völlig negieren noch überbewerten. Die wirklichen Probleme in unserem Fachgebiet liegen woanders. MfG Dr. Mottek
Ihr Dr. Mottek

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