Hüftoperation nach Girdlestone-Hüften
Hallo Herr Dr. Mottek,
ich bin 28 und habe seit klein auf Girdlestonehüften bds.
Grund ist nicht klar. Bis vor 6 Monaten kam ich damit ganz gut zurecht. Habe sogar bis vor 2 Jahren Sport (Basketball, Fußball) getrieben. Aber in den letzten Monaten bekam ich immer mehr Probleme mit meiner rechten Seite, die sich nicht mehr ganz ausstrecken lässt. Es sind schon immer zwei "Knackpunkte" in meiner rechten Hüfte da gewesen (wenn ich ausstrecke). Nur kann ich seit neuem den zweiten Knackpunkt nicht mehr erreichen. Die Hüfte blockiert zuvor..
Ich habe mich bei einem Prof. für Orthopädie in Stuttgart vorgestellt, in der Hoffnung, dass ich durch eine Arthroskopie das Problem wegbekomme. Aber er hat mir davon abgeraten, weil der Gelenkspalt für den Eingriff zu klein sei. Er sagte, dass eine Arthrografie eher in Frage kommt, um festzustellen, was nun blockiert.
Eine andere Überlegung sind natürlich TEPs. Da sprechen aber auch einpaar Sachen dagegen. 1. Mein Alter, das Hauptproblem. Ich bin mit 28 eigentlich zu jung für TEPs. 2. Außerdem sagte der Prof., dass in diesem Fall das Bein/die Beine verkürzt werden müsste/n, um die Nerven nicht zu sehr zu beanspruchen. 3. Eine Pfanne muss auch eingesetzt werden, weil ich ja so keine habe...
Nun meine Fragen an Sie:
* Kennen Sie eine Spezialklinik, die Hüftarthroskopien besonders oft/gut durchführt? Ich weiß, dass dieser Eingriff erst seit einpaar Jahren regelmäßig gemacht wird. Und in meinem Fall sollte es jemand machen, der nicht nur Kniearthroskopien macht...
* Falls das nicht hilft, würde man in meinem Fall mit einer Arthrografie weiterkommen? Mir ist nur wichtig, dass diese Blockade weggeht. Dann könnte ich nämlich noch einpaar Jahre damit leben. Nur wegen der Blockade möchte ich keine TEP eingesetzt bekommen, wie Sie vermuten können...Kann man während einer Arthrografie auch korrigierende Eingriffe machen?
* Und schlussendlich, wenn dann doch TEP sein muss: Welche (Marke/Materialkombination/Art) würden Sie mir empfehlen?? Und kann man beide Seite gleichzeitig machen lassen?
Ich bin diplomierter Kaufmann. Finde aber zur Zeit (seit 5 Monaten) keinen Job. Das hat nicht nur mit der Krise und meinen geringen praktischen Erfahrungen zu tun. Auch meine Behinderung ist ein Problem. Denn ich schaffe es meistens bis in das Gespräch, nur da sind die Leute erstmal abgeschreckt, wenn sie sehen wie ich hinke, obwohl ich in meinen Praktika nie Probleme damit hatte...
Soo, das war ganz schön lang...Ich hoffe, dass Sie mir hier und da einpaar Ratschläge geben können...
Vielen herzlichen Dank!!!
Viele Grüße,
Hüseyin T.
Verfasst von Anonymous am 26. August 2009 - 12:56

was tun?
Verfasst von Dr. Mottek am 31. August 2009 - 0:03. Ich habe auch große Zweifel, dass eine Arthroskopie bei einer hohen Luxation nur theoretisch sinnvoll und ohne Zusatzrisiken durchführbar ist. Ich kann mir schwer vorstellen, welche Korrekturen hier endoskopisch vorgenommen werden sollten. Zu dem Thema HTEP: Natürlich tut man sich aus mehreren Gründen schwer mit der Versorgung solcher extremen Fälle, nicht nur weil Sie noch sehr jung sind. Es ist allerdings machbar und wird in der Form, wie es Ihnen bereits dargestellt wurde, durchgeführt: zementfreie Pfannenverankerung in der eigentlichen Primärpfanne und Implantation eines Stieles eigentlich in üblicher Weise, wobei beide Implantate oft sehr viel kleiner ausfallen als bei vergleichbaren "Normal"-Patienten und die stabile Verankerung auch schwierig sein kann. Auch die Äußerung, dass man das Femur zur Vermeidung einer Ischiasüberdehnung verkürzen sollte, ist richtig (z-förmige Osteotomie). So reduziert man die theoretische Verlängerung von tlw. deutlich über 5cm auf ca. 3cm. Eine einzeitige OP würde ich in diesen Fällen nicht mal ansatzweise in Erwägung ziehen, obgleich man vorübergehend evtl. eine größere Beinlängendifferenz tolerieren muss. Mit freundlichen Grüßen Dr. MottekGirdlestone
Verfasst von Anonymous (n.a.) am 26. April 2010 - 0:23. Ich wurde letztes Jahr 33mal (ja das ist richtig) opperiert und sitze nun im Rollstuhl und muß nun das beste daraus machen, denn man kann mir aus medizinischen Gründen wahrscheinlich die nächsten Jahre auch keine implandieren. Da meine beiden Oberschenkelknochen und ein kompletter Beckenknochen fehlt, würde ich gern mal wissen, ob nicht irgendjemand eine Spezialklinik kennt, die vielleicht mir helfen könnte.Kommentar hinzufügen