"Ihre Knochen sind zu groß dadurch liegt der Schaft nicht voll an"

Bei meiner Frau wurde ein neues Hüftgelenk implantiert.Ein Jahr nach der Operation hat sie immer noch ständige Schmerzen am Schaft der Prothese.Nach einer Untersuchung bei einem anderen Orthopäden,sagte dieser:Ihre Knochen sind zu groß dadurch liegt der Schaft nicht voll an. Stimmt dieses?

Keine
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Eigene Bewertung: Keine

Antwort von Dr. Mottek

Man könnte natürlich den Spieß umdrehen und sagen: "Der Schaft ist zu klein für den Knochen", was der Wahrheit wohl näher kommt. Zunächst müsste ich wissen, ob der Prothesenschaft zementfrei oder mit Knochenzement eingesetzt wurde. Sollte - wie es ihrer Schilderung nach den Anschein hat - eine zementfreie Implantation stattgefunden haben, ist es natürlich das Ziel, dass der Schaft gerade so groß gewählt wird, das er noch in den aufgefrästen Oberschenkelknochen paßt ohne diesen zu sprengen. Man nennt dies press-fit-Verankerung. Manchmal ist es nicht komplett möglich eine vollständig belastungsstabile Verankerung zu erreichen, da man sich im Grenzbereich zur Vermeidung einer Fraktur im Zweifel für die nächstkleinere Schaftgröße entscheidet. Bis zur vollständigen knöchernen Einheilung kann es dann zu sogenannten Schaftschmerzen kommen, die nicht mit einer Lockerung gleichzusetzen sind. Diese können bis zu 1 Jahr anhalten. Bei ausreichend guter Knochenqualität "gewinnt" meist der Knochen, bevor es zu einer Kippung oder Sinterung des Implantates kommt. Sollte der Prothesenstiel allerdings deutlich zu klein sein und/oder bereits eine wesentliche Lageveränderung im Vergleich zum Zeitpunkt der Operation aufweisen, wird das aber unter Umständen nicht funktionieren. Dann muss man ein Auswechseln der Komponente diskutieren, bevor es zu Verlust von Knochensubstanz kommt. Ohne Röntgenbild(er) kann ich aber keine genauere Aussage zur Prognose machen.

Mit lieben Grüßen

Dr. Mottek

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