Gelenknahe Umstellungsosteotomie

Die Umstellungsosteotomie dient der Entlastung von bereits geschädigten Gelenken. Sie ist ein operativer Eingriff der eine krankhaft schräge Beinachse ausgleicht, indem Teile des gelenknahen Knochens entfernt werden. Übermäßig schräge Beinachsen, wie zum Beispiel die Varus- oder Valgus- Fehlstellung, führen zu einer einseitigen Abnutzung des Gelenkknorpels, wodurch starke Schmerzen entstehen können.

Voraussetzungen für eine Umstellungsosteotomie

  • Die weniger belastete Gelenkseite darf nicht beschädigt sein. Ist das gesamte Gelenk von Arthrose betroffen kann die Umstellungsosteotomie nicht eingesetzt werden.
  • Die Bereitschaft zu einer langwierigen und disziplinierten Nachbehandlung.
  • Entsprechende diagnostische Maßnahmen wie zum Beispiel Röntgenuntersuchungen oder arthroskopische Verfahren.

Umstellungsosteotomie am Kniegelenk

Gelenkknorpelschäden können durch eine Fehlstellung der Beinachse entstehen.

So wird zum Beispiel bei einer Varus-Fehlstellung (so genannte O-Bein-Fehlstellung) die innere Kniegelenkseite zu stark beansprucht.
Bei einer Valgus-Fehlstellung (so genannte X-Bein-Fehlstellung) erfährt die äußere Kniegelenkseite eine stärkere Beanspruchung, wodurch die Knorpelschäden abnutzungsbedingt auftreten können.

Bei der Normalstellung des Kniegelenkes besteht eine leichte Biegung der frontalen vertikalen Beinachse nach innen. Hierdurch beträgt der nach außen offene Winkel nicht 180°, sondern nur 176° (s. Abb.). Vergrößert oder verkleinert sich der Winkel, indem die Beinachse nach außen oder stärker nach innen verbogen ist, entsteht eine Varus- bzw. Valgusfehlstellung.

Beide Fehlstellungen können sowohl angeboren (primäre Fehlstellung) oder durch eine Verletzung (sekundäre Fehlstellung) auftreten und eine schmerzhafte Arthrose verursachen.

Um dem Voranschreiten einer bereits bestehenden Gelenkknorpelabnutzung entgegen zu wirken, wird die Fehlstellung operativ durch eine Umstellungsosteotomie zu korrigiert. Dabei wird je nach dem Ort der Fehlstellung (Oberschenkel oder Unterschenkel) ein Knochenkeil zur Achsenkorrektur entnommen. Das Ausmaß des Knochenkeils wird anhand einer Planungsskizze am Röntgenbild bestimmt. Nach der Keilentnahme werden die Knochenteile in korrigierter Stellung wieder zusammengeführt und durch Klammern, Platten oder Schrauben fixiert.

Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über die Risiken einer solchen Operation!

Nachbehandlung

Direkt nach einer Operation werden schmerzstillende Medikamente verabreicht und eine Thromboseprophylaxe durchgeführt.

Der durchschnittliche Krankenhausaufenthalt beträgt zwischen fünf und zehn Tagen. Vom ersten Tag an sind Sie an Gehstützen mobilisiert. Das operierte Bein kann sofort aktiv und passiv bewegt werden. Nach dem Krankenhausaufenthalt sind Rehabilitationsmaßnahmen notwendig. Das operierte Bein muss bis zur Ausheilung des Knochens entlastet werden. Der Knochen benötigt cirka sechs Wochen um geringen Belastungen standhalten zu können.
Die Entfernung des Osteosynthesematerials erfolgt in der Regel nach einem halben bis ein Jahr nach der Operation.

Moderater Ausdauersport, wie zum Beispiel Schwimmen, Nordic-Walking oder Skilanglauf können nach dieser Zeit problemlos betrieben werden. Stoßbelastungen sollten Sie aber weiterhin vermeiden, um den Erfolg der Operation nicht zu gefährden.

Umstellungsosteotomie des Hüftgelenkes

Unter Knorpelschäden am Hüftgelenk leiden besonders häufig Menschen mit einer Hüftdysplasie. Fehlstellungen des Oberschenkelkopfes können aber auch aufgrund von anderen Erkrankungen, in seltenen Fällen durch Unfälle oder Frakturen, entstehen. Solche Fehlstellung führt zur einseitigen Abnutzung des Gelenkknorpels.

Die Hüftumstellungsosteotomie ist ein operativer Eingriff, der die Fehlstellung des Oberschenkelkopfes korrigiert. Hierfür wird ein am Röntgenbild errechneter Knochenkeil aus dem Oberschenkelhals entnommen. Die Fixierung des zusammengefügten Oberschenkelhalses wird durch Osteosynthesematerial gewährleistet.

Generell werden zwei Arten der Hüftumstellungsosteotomie unterschieden:

  • Die Korrekturosteotomie des Oberschenkelhalses

    Sowohl die Varisierungsosteotomie, bei der ein zu steil ausgerichteter Oberschenkelkopf korrigiert wird, als auch die Valgisierungsosteotomie, die einen zu flach gestellten Oberschenkelkopf ausgleicht, gehören in diesen Bereich der Hüftumstellungsosteotomie

  • Die Beckenosteotomie

    Die Korrekturosteotomie der Hüftpfanne führt dazu, dass der Oberschenkelkopf besser überdacht wird. Hierfür wird die Hüftpfanne in eine Position geschwenkt, die das Belastungsverhältnis zwischen Oberschenkelkopf und Hüftpfanne verbessert. Die Beckenosteotomie kann mit unterschiedlichen Operationsmethoden durchgeführt werden, zum Beispiel der Beckenosteotomie nach Tönnes oder nach Salter.

Sprechen Sie mit ihrem behandelden Arzt über die Risiken solcher Operationen.

Nachbehandlung

Direkt nach dem operativen Eingriff erhält der Patient schmerzstillende Medikamente und eine Thromboseprophylaxe.
Der durchschnittliche Krankenhausaufenthalt beträgt zehn bis 14 Tage. Das operierte Bein muss mindestens sechs Wochen entlastet werden. Eine Röntgenaufnahme entscheidet dann über die Belastungssteigerung.

Nach dem Krankenhausaufenthalt sind Rehabilitationsmaßnahmen notwendig.
Das Osteosynthesematerial wird je nach Alter des Patienten, nach drei Monaten bis einem Jahr postoperativ entfernt. Für diese Operation ist ein Krankenhausaufenthalt von drei Tagen in den meisten Fällen ausreichend.

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