Gelenkversteifende Operationen

Arthrodese

Der Fachbegriff Arthrodese beschreibt eine operative Gelenkversteifung, bei der die Gelenkknochen miteinander verbunden werden und zusammenwachsen.

Ziel dieser Behandlung ist die Linderung von Schmerzzuständen, die unter anderem durch arthrosegeschädigte Gelenke entstehen.
Die Bezeichnung Arthrodese ist ein Kunstwort aus dem Griechischen, das mit Gelenkbindung übersetzt werden kann.

In der modernen Medizin wird die Arthrodese nur in seltenen Fällen angewendet, da sie eine irreversible Operationsmethode ist und den Patienten in seiner Mobilität einschränkt. Besonders im Bereich der Hüft- und Kniegelenke werden heutzutage gelenkersetzende Operationsverfahren bevorzugt.

Für die operative Gelenkversteifung wird die Knorpelschicht des Gelenkes entfernt, und die Knochen werden durch Osteosynthesematerial aufeinander gepresst. Je nach Alter des Patienten wachsen die Knochen innerhalb mehrerer Wochen zusammen, wodurch die Gelenkfunktion zerstört wird. Gehbewegungen sind in der Regel relativ gut durchführbar, beim Sitzen treten aber erhebliche Behinderungen auf, deshalb sind Spezialstühle unverzichtbar.

Die erste dokumentierte gelenkversteifende Operation wurde 1877 von dem Chirurg Eduard Albert durchgeführt. Er veröffentlichte einen Artikel über eine Kniegelenksresektion mit vollständiger Naht und primärer Vereinigung von Femur und Tibia. Der Begriff Arthrodese wurde von Otto Zinsmeister, einem Mitarbeiter Alberts, in einem Operationsbericht verwendet. Die häufigste Indikation war damals die Beinlähmung, infolge einer entzündlichen Erkrankung der grauen Rückenmarksubstanz. Aufwendige Orthesen waren teuer, weshalb die gelenkversteifende Operation eine kostengünstige Alternative darstellte.

Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurden neue Arthrodesentechniken entwickelt, die A. Bier 1917 in einer umfassenden chirurgischen Operationslehre beschrieb. 1928 rückte die Arthrose als Indikation für Arthrodesen in den Blickpunkt der Mediziner. Jedoch minderten die operationsgebundenen Komplikationen, insbesondere schwere Infektionen, die Euphorie.

Heutzutage ist die Arthrodese von Hüft- und Kniegelenken durch die Entwicklung der Endoprothetik als Behandlungsmethode in den Hintergrund gerückt. Besonders die Fehlbelastung anderer Gelenke sowie die Behinderung beim Sitzen sind Folgewirkungen, die den Gelenkersatz als alternative Operationsmethode rechtfertigen. In seltenen Fällen wird die Arthrodese aufgrund von Unverträglichkeitsreaktionen auf Implantate bei Knie- und Hüftgelenken angewendet.

Ein nachträgliches Einsetzen einer Prothese nach einer Gelenkversteifung ist technisch möglich, führt jedoch zu Bewegungseinbußen, da das umgebende Muskelgewebe zurückgebildet oder umgeordnet ist. Das künstliche Gelenk kann hierdurch nicht in vollem Ausmaß bewegt werden. Häufigere Anwendungsbereiche der Arthrodese sind Fingergelenke und Sprunggelenke. 

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