Physiotherapie
Die Physiotherapie wird auch Krankengymnastik genannt. Sie wird zum Aufbau der Muskulatur und zur Steigerung der Beweglichkeit eingesetzt. Es werden Bewegungsabläufe trainiert, die Motorik verbessert, Schmerz stillende Maßnahmen ergriffen und die Hilfsmittelversorgung sowie deren Gebrauchsschulung sichergestellt.
Eine der ersten physiotherapeutischen Maßnahmen nach einer Operation ist eine Pneumonie- und Thromboseprophylaxe. Sie verringert das Risiko von Sekretansammlungen in der Lunge und Blutgerinnsel in den Venen als Folge einer länger dauernden Bettlägerigkeit. Zu Beginn des Rehabilitationsaufenthaltes werden die Gelenkfunktionen überprüft. Im Verlauf wird die Belastbarkeit des operierten Gelenkes langsam gesteigert.
Sowohl die medizinische Trainingstherapie als auch die Hydrotherapie sind Teilbereiche der Physiotherapie, die unter Anderen bei einem Rehabilitationsaufenthalt eingesetzt werden können.
Medizinische Trainingstherapie (MTT)
MTTDie medizinische Trainingstherapie steigert die Beweglichkeit der Gelenke und beinhaltet ein spezielles Muskeltraining sowie Ausdauerübungen.
Entwickelt und verbreitet wurde diese Therapieform von dem norwegischen Krankengymnasten Rolf Gustavsen. Sie ist eine rein aktive Behandlungsform die in medizinischen Bereichen, wie zum Beispiel der Orthopädie und der Rheumatologie, als Zusatzbehandlung angewendet wird.
Die einzelnen postoperativen Phasen zielen auf eine langsame Steigerung der Leistungsfähigkeit des Patienten. In der ersten Woche des Rehabilitationsaufenthaltes nach einer Knie- oder Hüftoperation sind Dehnungs- und Bewegungsübungen möglich. Sie werden vorwiegend im Liegen oder Sitzen ausgeführt, damit das operierte Gelenk nicht überlastet wird. In den darauf folgenden Wochen folgen Gehübungen mit Hilfsmitteln und gezieltes Muskeltraining. Hierzu dienen Geräte wie zum Beispiel die Seilzugmaschine, die Beinpresse und Bewegungsübungen auf Gymnastikmatten.
Die Belastungen werden individuell auf den Patienten abgestimmt, um Risiken zu verringern und optimale Trainingsergebnisse zu erzielen. Alle erlernten Übungen die ohne größere Hilfsmittel durchzuführen sind, sollen nach einem Rehabilitationsaufenthalt regelmäßig wiederholt werden. Der Patient erhält hierzu ein individuelles
Trainingsprogramm von seinem Physiotherapeuten.
Hydrotherapie
Die Hydrotherapie hat ihren Ursprung in der stimulierenden Wirkung des Wassers mit unterschiedlichen Temperaturen. Die Reize, die heißes oder kaltes Wasser auf den Körper ausüben, wirken durchblutungsfördernd und stärken das Immunsystem.
Bekannt war diese Form der Therapie schon bei den Römern, die öffentliche Bäder als gesellschaftliches Zentrum bauten und die entspannende, aber auch anreizende Wirkung von warmem und kaltem Wasser nutzten. Die ersten Anwendungen bei uns sind auf Vincenz Prießnitz (1799 - 1851) und Sebastian Kneipp (1821 - 1897) zurückzuführen. Beide verwendeten kaltes Wasser als Behandlungsmethode für verschiedene Beschwerden.
Die Hydrotherapie nach einer Hüft- oder Knieoperation beruht weniger auf der Reizwirkung der unterschiedlichen Temperatur, sondern nutzt den Auftrieb des Körpers im Wasser. Der Auftrieb gewährleistet eine geringe Belastung der Gelenke, wodurch Bewegungsübungen häufig schmerzfrei durchgeführt werden können. Diese auch als Wassergymnastik bezeichnete Therapie kann in der Gruppe oder in Einzelbehandlung durchgeführt werden.
Generell wird die Hydrotherapie erst nach dem Abheilen der Operationswunde eingesetzt, um Infektionen zu vermeiden. Bei verschiedenen Bewegungsübungen hält sich der Patient an einer Laufstange am Beckenrand fest, was eine bessere Koordination der Bewegungen ermöglicht. Sowohl Spreiz- und Dehnungsübungen, als auch Muskelaufbau und Konditionstraining sind Anwendungen dieser Therapie. Die Hydrotherapie trainiert verschiedene Muskelgruppen und ist eine gute Ergänzungstherapie im Rahmen der Rehabilitation.
