Rehabilitation nach einer Hüftgelenkoperation

Vor dem Rehabilitationsaufenthalt

Die ersten eineinhalb Wochen nach einer Hüftgelenksoperation sind für die Wundheilung vorgesehen. Ein Mitglied des Klinikpersonals informiert Sie über Rehabilitationseinrichtungen und füllt die entsprechenden Formulare mit Ihnen aus. Sie können in der Regel zwischen einem stationären, teilstationären oder ambulanten Rehabilitationsaufenthalt wählen. Halten Sie Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt, damit der Aufenthalt die für Ihre Genesung optimalen Voraussetzungen schafft.

Die Vorgaben des Kostenträgers müssen beachtet werden, weshalb nicht all Ihre Wünsche Berücksichtigung finden können. Sind Sie in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert und erwerbstätig, werden die Kosten von dem zuständigen Rentenversicherer, zum Beispiel der Landesversicherungsanstalt (LVA) oder der Bundesversicherungsanstalt (BfA) übernommen. Die Krankenkasse trägt die Kosten, wenn Sie nicht mehr erwerbstätig oder privat versichert sind. Die Kostenübernahme der privaten Krankenkassen ist normalerweise großzügig.

Endoprothesenpass

Wenn Sie aus der Klinik entlassen werden, bekommen Sie einen Arztbrief und Ihren „Endoprothesenpass“ ausgehändigt. In dem Arztbrief stehen alle für den Physiotherapeuten wichtigen Informationen über Ihre Operation und die Nachbehandlung. Den „Endoprothesenpass“ sollten Sie sorgfältig aufbewahren. Hierin sind Angaben zu den verwendeten Implantaten und den Nachbehandlungsmaßnahmen enthalten. Zudem hilft er Ihnen, zum Beispiel bei einer Sicherheitskontrolle am Flughafen, Probleme zu vermeiden.

Der Reha-Aufenthalt

Der Rehabilitationsaufenthalt nach einem operativen Hüftgelenkersatz dient der Wiederherstellung der allgemeinen Beweglichkeit und dem Aufbau des umgebenden Muskelgewebes zur Stabilisierung des neuen Gelenkes. Die Muskulatur ist häufig durch die jahrelange schmerzbedingte Schonung geringfügig trainiert und geschwächt. Je besser die Muskulatur vor einem operativen Eingriff ausgebildet war, desto leichter können Trainingsmaßnahmen nach der Operation durchgeführt werden.

Die Beweglichkeit ist zu Beginn des Rehabilitationsaufenthaltes eingeschränkt, weshalb das Bewegungstrainings nur in einem vom Arzt festgelegten Ausmaß möglich ist. Zusätzlich zum Muskeltraining geben Ihnen die Trainingsmaßnahmen praktische Hilfe für Aktivitäten des täglichen Lebens, wie zum Beispiel den Toilettengang, das Anziehen, oder auch für sportliche Betätigungen. Um die Belastung für Ihr operiertes Hüftgelenk so gering wie möglich zu gestalten, werden Sie zu Beginn des Rehabilitationsaufenthaltes mit Hilfsmitteln mobilisiert. Ist Ihre Muskulatur stärker ausgebildet, können Sie die Belastung steigern und weitergehende therapeutische Maßnahmen ausführen.

Die Hydrotherapie, die Krankengymnastik und ergotherapeutische Maßnahmen sind Teilbereiche des Rehabilitationsaufenthaltes, die je nach Belastbarkeit und individuellen Wünschen sowie nach Anweisung des behandelnden Arztes, eingesetzt werden.

Zusätzlich zu den Dingen des alltäglichen Bedarfs, bringen Sie zu Ihrem Rehabilitationsaufenthalt Turn- oder Sportbekleidung sowie gut sitzende Turnschuhe und Badebekleidung mit. Nach Ihrem Aufenthalt in der Rehabilitationsklinik empfehlen wir moderate Sportarten zu betreiben. Ausdauersportarten wie zum Beispiel Nordic Walking, Schwimmen, Radfahren, Gymnastik oder Skilanglauf sind besonders gut geeignet. Auch Spaziergänge auf befestigten Wegen trainieren die Muskulatur ohne Ihr neues Hüftgelenk übermäßig zu belasten. Vermeiden Sie Stoßbelastungen damit Ihr Gelenk nicht unnötig gefährdet wird.

Nachbehandlungskonzept nach einer Hüftoperation

In Abhängigkeit der Operationsmethode und der verwendeten Hüftgelenksendoprothese kann das Gelenk nach der Operation teilbelastet, in wenigen Fällen auch voll Belastet werden. Der Rehabilitationsaufenthalt dient der Steigerung der Belastbarkeit und der Beweglichkeit. Um das Operationsergebnis nicht zu gefährden, ist jedoch die Beweglichkeit bis einige Wochen nach der Operation eingeschränkt. Oft sind die gelenkumgebenden Muskeln geschwächt, weshalb im Rahmen der Rehabilitation Kraft- und Koordinationstrainingsmaßnahmen durchgeführt werden.

Ablauf des Rehabilitationsaufenthaltes

1.-2. Woche:

  • individuelle Physiotherapie in Einzeltherapie
  • vier bis fünfmal wöchentlich, jeweils 30-60 Minuten
  • Schwerpunkt der Therapie ist die Verbesserung der Beweglichkeit innerhalb des vom Arzt empfohlenen Ausmaßes

3.-6. Woche:

  • Physiotherapie kombiniert mit allgemeiner Trainingstherapie, teilweise in Gruppentherapie
  • dreimal wöchentlich, jeweils 60-120 Minuten
  • Diese Therapiephase dient dem Muskelaufbau, der Verbesserung der Koordination, dem Wiederherstellen alltagsrelevanter Bewegungsabläufe sowie der Haltungs- und Gangschulung

ab der 6. Woche:

  • sportbezogene Trainingstherapie in Einzel- und Gruppentherapie
  • zwei bis dreimal wöchentlich, jeweils 90-180 Minuten
  • Die Trainingstherapie dient der Wiederaufnahme von Sportarten, die vor der Operation ausgeführt wurden sowie dem allgemeinen Muskel- und Konditionstraining
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