Verankerung einer Hüftendoprothese

Man unterscheidet eine zementfreie und die zementierte Prothesenverankerung. Zahlenmäßig überwiegen beim Hüftgelenkersatz im Gegensatz zur Kniegelenksendoprothetik in den letzten Jahren zementfreie Implantationen.
Es gibt zudem die Möglichkeit der sogenannten Hybridversorgung. Hier wird die Pfannenschale im Becken ohne Zement, der Hüftstiel im Femurknochen oder die Oberflächenkappe auf dem Hüftkopf zementiert eingesetzt.

Die Entscheidung für die Art der Verankerung ist im Einzelfall zu treffen. Sie ist nicht nur vom Alter des Patienten sondern auch von der Beschaffenheit des Knochens abhängig. Bei älteren Patienten ist die Verwendung eines zementierten Schaftes häufig ratsam, da auch für zementierte Hüftstiele eine sehr lange Standdauer prophezeit werden kann, und das Risiko einer verzögerten, teilweise sogar schmerzhaften Einheilung entfällt.

a) Zementierte Verankerung

Knochenzement ist ein Zwei-Komponenten-Klebstoff (Flüssigkeit und Pulver), der unmittelbar vor dem Protheseneinbau angerührt wird und innerhalb von 10 Minuten vollständig aushärtet. Dem Zement ist ein Antibiotikum beigemischt, um Infektionen vorzubeugen. Der Spezialzement verklebt die Prothesenteile sofort fest mit dem Knochen. Er unterliegt allerdings nach langer Zeit einem Zerüttungsprozess, so dass kein dauerhafter Prothesenhalt garantiert werden kann.

b) Zementfreie Verankerung

Hier gelangen die Metallteile direkt in Kontakt mit dem Knochen, sie haben deshalb auch eine andere Oberflächenstruktur, in die der Knochen allmählich einwächst. Sowohl im Becken als auch im Oberschenkelmarkraum können sich die Prothesenteile bei guter Vorbereitung und exakter Dimensionierung gut verklemmen. Daher ist trotz zementfreier Implantation meist von Beginn an eine Vollbelastung des operierten Beines erlaubt. Ist der Knochen fest in die raue Metalloberfläche eingewachsen, besteht bei guter Knochenqualität die theoretische Aussicht auf eine dauerhaft stabile Verankerung der Prothese.

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